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Inklusion: Voll behindert?!

Ein Blick in den Koalitionsvertrag der frisch gestarteten schwarz-roten Bundesregierung kann Freunde der Inklusion frohlocken machen: 7 Mal taucht der Begriff in dem knapp 130 Seiten umfassenden Papier auf; vor vier Jahren in dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP suchte man den Begriff noch vergebens. Continue Reading

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Mittelpunkt: Die Gruppe

Bei meiner Studienfahrt nach Reggio Emilia ist mir die große Bedeutung der Kindergruppe im Sinne einer Gemeinschaft in der Reggio-Pädagogik besonders aufgefallen. Im Fokus meines Interesses standen die Formen und Inhalte der Bildungsdokumentation geachtet. Continue Reading

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Kleine Kinder smart am Phone

Heute lade ich zu einer – völlig subjektiven und zufälligen – Reise durch die Welt der Apps für Kinder zwischen 2 und 5 ein. Stationen auf dieser Reise: Bücher, Spiele, Erweiterte Realität und Kreativität. Continue Reading

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Bundestagswahl 2013 – was wählen?

Positionen der Parteien zur Frühkindlichen Bildung

Am 22. September ist Bundestagswahl und alle größeren Parteien haben inzwischen ihre Wahlprogramme vorgelegt. Grundlage genug, um eine sachlich fundierte Wahlentscheidung zu treffen. Mein heutiger Blogbeitrag widmet sich der Position der im Bundestag vertretenen Parteien und der Piratenpartei zur Frühkindlichen Bildung. Continue Reading

Kitaausbau: Das Gebäude schafft den Rahmen für die pädagogische Arbeit

Wie soll eine Kindertageseinrichtung gebaut werden? Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Rahmenbedingungen, Erfordernisse und Auflagen sind zu berücksichtigen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich nicht nur PädagogInnen und Träger, sondern auch die Holzbranche: Continue Reading

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Inklusion als Banyan-Baum: Tony Booth in Köln

“Seit einiger Zeit verwende ich den Banyan-Baum gerne als Symbol für Inklusion: Das ist ein wunderbarer Baum, der in Indien wächst. Das Fantastische ist, dass aus den Ästen wieder neue Wurzeln und Ableger wachsen und er sich selbst immer wieder neu sät.“ So erklärt Tony Booth sein Bild des Banyan-Baumes. Außerdem sei der Baum in Indien ein Baum, unter dem sich die Händler träfen, also ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Continue Reading

Umbau

Kompass für die Raumgestaltung: 5 Prinzipien

Derzeit sprießt und wächst es überall– ja, auch in der Natur, aber ich meine hier die vielen neuen und vielen erweiterten Kindertageseinrichtungen, die mit Blick auf den 1. August überall entstehen. Es ist der Stichtag, mit dem Kinder ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben. Continue Reading

MOOC-Fellowship-Bewerbung “Auf den Anfang kommt es an: Qualität in der Frühpädagogik”

Die Weiterentwicklung von Qualität und Akademisierung in der Frühpädagogik ist eine umfangreiche Aufgabe. Bei 50.000 Kitas in Deutschland ein langwieriger Prozess. Ein MOOC (Massive Open Online Course), ein für alle Interessierten offenes Bildungsangebot im Internet kommt da wie gerufen. Continue Reading

Nichtnormalo

Immer weniger „Normale“: Wie Messen und Testen dazu führt, dass es immer mehr Kranke gibt

Wie in anderen Feldern von Bildung und Sozialem gibt es auch in der Frühpädagogik immer mehr Instrumente, um die Wirklichkeit zu messen und zu testen: Der Entwicklungsstand von Kindern, die Qualität einer Einrichtung oder die Wirksamkeit eines Programms werden geprüft und evaluiert. Diese Entwicklung ist wichtig und trägt zu einer Professionalisierung der Arbeit von Pädagoginnen und Pädagogen maßgeblich bei. Durch das systematische Erfassen der Entwicklung von Kindern kann eine optimale Förderung gewährleistet werden, durch die Anwendung von Qualitätsindikatoren eine hochwertige pädagogische Arbeit sichergestellt durch die Evaluation pädagogischer Programme kann fundiert entschieden werden, wo zukünftig investiert wird und wo eher nicht. Continue Reading

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Medienkindheit: Zwischen Verfallspanorama und Entwicklungsperspektive

In dieser Woche bin ich mit meinem Blog-Beitrag zu Gast auf “Soziale Medienbildung”, der virtuellen Heimat der Medienpädagogik am Fachbereich Sozialwesen und der Weiterbildung meiner Hochschule. Mein Beitrag befasst sich mit der widersprüchlichen Wahrnehmung von Mediennutzung in der Kindheit: Immer wieder wird nahezu dramatisch auf den mit Medien verbundenen gesellschaftlichen Verfall verwiesen. Müssen PädagogInnen Kinder nicht vor der Bedrohung durch Medienwelten bewahren? Doch andererseits bieten Medien auch große Potenziale für die Entwicklung von Kindern. Welche dies sind, lesen Sie hier.

Unglückliche Kinder? Die neue UNICEF Kinderstudie

Die Situation von Kindern und Jugendlichen war in der vergangenen Woche ein wichtiges Thema in den Medien. Dank der neuen UNICEF-Studie zur Lage der Kinder, befassten sich zahlreiche Beiträge mit der Perspektive von Kindern und der Frage, wie man diese verbessern könne. Für alle, die sich tagtäglich mit den Rahmenbedingungen des Aufwachsens von Kindern befassen eine positive Entwicklung. Eigentlich. Denn die Argumentation, die die Berichterstattung nahm, gibt zu denken.So titelte die BILD Zeitung: „Unsere Kinder werden immer unglücklicher“. Und auch die ZEIT schreibt: „Unglücklich trotz besserem Leben.”  Continue Reading

Minecraft

Minecraft und andere Lebenselixiere

Kinder und Medien sind ein „heißes Eisen.“ Erst zuletzt in einer Diskussion mit Studierenden über die Frage, was eine gute Kindheit ausmacht, werden die Bildschirmmedien als Bedrohung eines entwicklungsförderlichen, glücklichen und  gelingenden Aufwachsens gesehen.  Und nicht nur unter PädagogInnen weckt der Mediengebrauch von Kindern und Jugendlichen kritische Stimmen, die oft nahezu alarmistisch klingen (siehe dazu etwa „Digitale Demenz“ des Hirnforschers Manfred Spitzer).

Eine neue Perspektive auf das Thema bietet der Kulturwissenschaftler Robert Pfaller: Im gleichnamigen Buch beschreibt er die Bedeutung „Zweiter Welten“.  Continue Reading

Qualitätsmanagement zwischen Standardisierung und Individualisierung

Der massive Ausbau von Kindertagesbetreuung in den letzten Jahren hat auch die Qualitätsentwicklung und -sicherung noch stärker als zuvor in den Blick geholt. Doch wie wird diese Qualität eigentlich festgelegt? Wer bestimmt, was Qualität ist? Gibt es eine objektive, für alle Kindertageseinrichtungen gleichermaßen gültige Qualität? Continue Reading

Was macht einen guten Studiengang aus?

Ein Jahr ist es nun her, dass der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft unseren Studiengang “B.A. Frühkindliche inklusive Bildung” mit dem Cum-Laude-Preisausgezeichnet hat. Im Laufe des Wettbewerbs, in dem 82 Studiengänge von Studierenden für den Preis vorgeschlagen worden waren, wurden für mich noch einmal die Kriterien deutlich, die einen “guten” Studiengang auszeichnen. Diese Überlegungen sind nun in einem Beitrag in “Das Hochschulwesen” (5/2012, S. 125-128) erschienen. Als zentrale Kriterien für Studiengangsqualität sind insbesondere fünf Aspekte von Bedeutung:

  1. Systemoffenheit: Offenheit für die berufliche Praxis, internationale Partner in Wissenschaft und Praxis und virtuelle Welten bzw. das Internet. Eine Verbindung zwischen diesen Ebenen herzustellen und die darin liegenden Lernchancen zu nutzen, ist eine wichtige Funktion von Studiengängen.
  2. Forschungsbezug: Die Rezeption aktueller Forschungsergebnisse ist nur der erste Schritt in Richtung eines forschungsorientierten Studiums. Analyse und Reflexion von Forschung und dann auch eigene Forschungsaktivitäten von Studierenden (Forschendes Lernen) sind die nächsten Schritte.
  3. Partizipation: Grundlage hierfür ist die Abkehr von einem traditionellen Rollenverständnis der Lehrenden. In einem Studiengang könnten Lehrende und Studierende eine Lern- und Entwicklungsgemeinschaft bilden.
  4. Sinn: Durch einen gemeinsamen Leitbegriff, ein spezifisches Berufsfeld oder eine besondere Schnittstelle können sinnstiftende Kontexte geschaffen werden, die ein wesentlicher Faktor für Motivation und Zielorientierung sein. Dieser Sinn wird idealerweise sowohl auf der ebene des gesamten Studiengangs als auch auf der Ebene der einzelnen Lehrveranstaltung geschaffen.
  5. Studierbarkeit: Realistische und lebensumständeorientierte Studienorganisation, bei der Anforderungen des Studiengangs und Zeitressourcen in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen – ein in Akkreditierungsverfahren bereits stark verankertes Kriterium.

Inhaltlich fundierte und strategisch durchdachte Strukturen sind also nur ein Teil der Lösung. Der andere Teil besteht in einer lernförderlichen und unterstützenden Lehr-Lernkultur und in der Schaffung angemessener Lernkontexte für die in jedem Studiengang spezifischen Qualifikationsziele und Disziplinbezüge. Diese Dimension lässt sich jedoch nicht vorschreiben, sondern muss immer wieder neu erfunden und entwickelt werden.

Apple statt Äpfel – Kindheit als Medienkindheit

Die gewachsene und weiter wachsende Bedeutung von Medien im Leben von Kindern erfüllt viele Erwachsene und gerade auch PädagogInnen mit gemischten Gefühlen. Jedoch wäre es verkürzt, diese Entwicklung nur als Ergebnis des technischen Fortschritts zu sehen. Dass Kindheit heute auch Medienkindheit ist, ist Teil eines umfangreicheren Wandlungsprozesses, in dem die Mediennutzug von Kindern ihren Teil hat. Wichtige Faktoren dieses Wandels sind:

  • Begrenzung der Spiel- und Freizeitwelt
  • Pädagogisierung und Expertisierung
  • Förder- und Bildungsorientierung
  • Toleranz und Kindorientierung als Erziehungsnormen
  • Wachsende Anforderungen an die Work-Life-Balance

Im aktuellen Themenheft (6/2012) der Zeitschrift für Tagesmütter und -väter “ZeT” geht es um “Kindheit gestern – heute – morgen.”  Meinen Beitrag zur Medienkindheit (S. 15-17) schließe ich mit der Perspektive, die Medienkompetenz von Kindern zu stärken: “Aus pädagogischer Sicht kann ein resigniertes Hinnehmen dieser Veränderungen ebenso wenig die Lösung sein wie der Versuch, sich komplett gegen Medienangebote abzuschotten. Ziel sollte es vielmehr sein, Kinder dabei zu unterstützen, selbstbewusste und kritische Nutzer von Medien zu werden. Nur wer mit Medien kompetent umgehen kann, ist auch in der Lage, sie als Werkzeuge der persönlichen Entwicklung und Entfaltung zu nutzen – und manchmal auch einfach nur die „Off“-Taste zu drücken.” (S. 17).